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Grundeinkommen aus Arbeitgebersicht

Mal kurz ein Denkanstoß aus der Praxis zum Thema Grundeinkommen: Die Arbeitsagentur Ulm führt mit dem Ecodrom eine intensive Brieffreundschaft. Als Geschäftsführer des Ecodroms bekomme ich alle zwei Monate (Tendenz steigend) eine Anfrage nach einer Nebeneinkommensbescheinigung für einen unserer Minijobber. Das ist ein dreiseitiges Formular, amtsdeutsch in Reinform, mit Angaben zur Einkommens- und Arbeitssituation des Mitarbeiters.

Wir haben hier also einen Sachbearbeiter bei der Arbeitsagentur, der den Briefversand veranlassen muss. Den Brief bekomme dann ich und leite ihn an unsere Lohnbuchhaltung weiter. Diese ist dann wiederum damit beschäftigt, kleinst-klein die Angaben zu beantworten. Übrigens: Tut man das nicht, gibt’s Zwangsgeld. Alles schon erlebt: über 300 €, die ich aus meiner privaten Tasche bezahlen musste. Angeordnet waren über 500 €, hätte ich mich nicht gewehrt. Als Geschäftsführer muss man nämlich heftigst priorisieren – da kann so was schon mal untergehen.

Das geile Formular geht dann zurück an die Bundesagentur, die anhand der Angaben die Unterstützungsansprüche des Mitarbeiters prüft.

Ich möchte nicht wissen, wieviel Geld dieser aufgeblähte Apparat verschlingt. Und dann rechnet mal die Arbeitszeit rein, die hier im privatwirtschaftlichen Sektor für stupide Bürokratie draufgeht. Ich gehe jede Wette ein, dass allein durch die Einsparung solcher unsinnigen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen genug Geld zur Verfügung steht, um ein Grundeinkommen zu finanzieren.

Ja, eine Einführung eines Grundeinkommens ist nicht von heute auf morgen zu schaffen. Das fordert auch keiner. Als Landtagskandidat werde ich mich aber vehement dafür einsetzen, dass das Thema weiter durch Wirtschaftswissenschaftler erforscht und an Praxismodellen getestet wird. Die Einführung eines Kinder-Grundeinkommens halte ich hingegen für recht einfach lösbar. Deswegen freue ich mich sehr, dass die Piratenpartei Bayern das sogar im Wahlprogramm verankert hat: https://neustart.bayern/wahlprogramm-2018/einkommen-fuer-kinder/